ʿAlī b. Muḥammad b. ʿAbd Allāh überlieferte von Ibrāhīm b. Isḥāq, von Muḥammad b. Sulaimān ad-Dailamī, von dessen Vater, von Abū ʿAbd Allāh [Imām aṣ-Ṣādiq] (as.), der sagte:
ʿAbd Allāh b. Qais al-Māṣir trat bei Abū Ǧaʿfar [Imām al-Bāqir] (as.) ein und sprach:
"Berichte mir über den Toten (al-mayyit). Warum wird er mit der Ganzkörperwaschung (ġusl) der rituellen Unreinheit (ǧanāba) gewaschen?"
Da sprach Abū Ǧaʿfar (as.) zu ihm:
"Ich werde es dir nicht berichten."
Da ging er von ihm fort und begegnete einem aus der Šīʿa. Er sprach zu ihm:
"Erstaunlich ist es um euch, o Gemeinschaft der Šīʿa! Ihr habt euch diesem Mann angeschlossen und gehorcht ihm. Selbst wenn er euch zu seiner Anbetung (ʿibāda) aufriefe, würdet ihr ihm Folge leisten. Dabei habe ich ihn über eine Angelegenheit befragt, und er hatte darüber nichts [zu sagen]."
Als das folgende Jahr kam, trat er wiederum bei ihm ein und befragte ihn darüber. Er (as.) sprach:
"Ich werde es dir nicht berichten."
Da sprach ʿAbd Allāh b. Qais zu einem Mann von seinen Gefährten:
"Begib dich zur Šīʿa und verkehre mit ihnen. Zeige ihnen, dass du ihnen zugetan bist, mich verfluchst und dich von mir lossagst. Wenn dann die Zeit der Pilgerfahrt (ḥaǧǧ) kommt, komm zu mir, damit ich dir das gebe, womit du die Pilgerfahrt verrichten kannst. Bitte sie, dir Zugang zu Muḥammad b. ʿAlī [Imām al-Bāqir] (as.) zu verschaffen. Wenn du zu ihm gelangst, dann befrage ihn über den Toten. Warum wird er mit der Ganzkörperwaschung der rituellen Unreinheit gewaschen?"
Der Mann begab sich daraufhin zur Šīʿa und blieb bei ihnen bis zur Zeit der Pilgersaison. Er betrachtete die Religion der Leute und nahm sie an. Seine Angelegenheit hielt er vor Ibn Qais verborgen, aus Furcht, dass ihm die Pilgerfahrt verwehrt würde.
Als die Zeit der Pilgerfahrt gekommen war, ging er zu ihm. Dieser gab ihm [die Mittel für] eine Pilgerfahrt, und er zog fort.
Als er nach Medina gelangte, sprachen seine Gefährten zu ihm:
"Bleib in der Unterkunft zurück, bis wir dich bei ihm erwähnen und ihn darum bitten, dir die Erlaubnis [zum Eintritt] zu geben."
Als sie zu Abū Ǧaʿfar (as.) gelangten, sprach er zu ihnen:
"Wo ist euer Gefährte? Ihr habt ihn nicht gerecht behandelt."
Sie sprachen:
"Wir wussten nicht, was dir diesbezüglich recht wäre."
Da befahl er einem der Anwesenden, ihn zu holen.
Als er bei Abū Ǧaʿfar (as.) eintrat, sprach er (as.) zu ihm:
"Willkommen! Wie siehst du das, worin du dich heute befindest, verglichen mit dem, worin du dich zuvor befandst?"
Er sprach:
"O Sohn des Gesandten GottesProphet Muḥammad (s.)Der Gesandte Gottes (ṣ.) — Siegel der Propheten. Alle Aḥādīṯ von ihm.→ Alle Aḥādīṯ ansehen (s.), ich war in nichts."
Er (as.) sprach:
"Du hast die Wahrheit gesprochen. Gewiss, deine Anbetung war damals leichter für dich als deine Anbetung heute, denn die Wahrheit (al-ḥaqq) ist schwer, und der Satan (aš-šayṭān) ist unserer Šīʿa zugeteilt, denn die übrigen Menschen haben ihm die Mühe mit sich selbst bereits erspart.
Ich werde dir berichten, was Ibn Qais al-Māṣir zu dir sprach, bevor du mich danach fragst. Und ich überlasse dir die Angelegenheit, es ihm bekannt zu machen. Wenn du willst, berichtest du es ihm, und wenn du willst, berichtest du es ihm nicht.
Gewiss, Gott, der Erhabene, erschuf Gestalter (ḫallāqūn). Wenn Er ein Geschöpf erschaffen will, befiehlt Er ihnen, und sie nehmen von jener Erde, von der Er in Seinem Buche sprach:
﴾Aus ihr haben Wir euch erschaffen, und in sie lassen Wir euch zurückkehren, und aus ihr bringen Wir euch ein anderes Mal hervor.﴿ (20:55)
Dann vermengt Er den Tropfen (an-nuṭfa) mit jener Erde, aus der [der Mensch] erschaffen wird, nachdem Er ihn vierzig Nächte im Mutterleib (ar-raḥim) hat verweilen lassen.
Wenn für ihn vier Monate vollendet sind, sprechen sie:
"O Herr, was sollen wir erschaffen?"
Da befiehlt Er ihnen, was Er will. Männlich oder weiblich, weiß oder schwarz.
Wenn dann der Geist (ar-rūḥ) aus dem Leib austritt, tritt eben dieser Tropfen aus ihm aus, gleichviel, ob [der Mensch] klein oder groß, männlich oder weiblich ist. Deshalb wird der Tote mit der Ganzkörperwaschung der rituellen Unreinheit gewaschen."
Da sprach der Mann:
"O Sohn des Gesandten Gottes (s.), nein, bei Gott! Ich werde Ibn Qais al-Māṣir dies niemals berichten."
Er (as.) sprach:
"Das ist dir überlassen."
عَلِيُّ بْنُ مُحَمَّدِ بْنِ عَبْدِ الله عَنْ إِبْرَاهِيمَ بْنِ إِسْحَاقَ عَنْ مُحَمَّدِ بْنِ سُلَيْمَانَ الدَّيْلَمِيِّ عَنْ أَبِيهِ عَنْ أَبِي عَبْدِ الله (عَلَيْهِ الْسَّلام) قَالَ
دَخَلَ عَبْدُ الله بْنُ قَيْسٍ الْمَاصِرُ عَلَى أَبِي جَعْفَرٍ (عَلَيْهِ الْسَّلام) فَقَالَ
أَخْبِرْنِي عَنِ الْمَيِّتِ لِمَ يُغَسَّلُ غُسْلَ الْجَنَابَةِ فَقَالَ لَهُ أَبُو جَعْفَرٍ (عَلَيْهِ الْسَّلام) لاَ أُخْبِرُكَ فَخَرَجَ مِنْ عِنْدِهِ فَلَقِيَ بَعْضَ الشِّيعَةِ فَقَالَ لَهُ الْعَجَبُ لَكُمْ يَا مَعْشَرَ الشِّيعَةِ تَوَلَّيْتُمْ هَذَا الرَّجُلَ وَأَطَعْتُمُوهُ وَلَوْ دَعَاكُمْ إِلَى عِبَادَتِهِ لأَجَبْتُمُوهُ وَقَدْ سَأَلْتُهُ عَنْ مَسْأَلَةٍ فَمَا كَانَ عِنْدَهُ فِيهَا شَيْءٌ فَلَمَّا كَانَ مِنْ قَابِلٍ دَخَلَ عَلَيْهِ أَيْضاً فَسَأَلَهُ عَنْهَا فَقَالَ لاَ أُخْبِرُكَ بِهَا فَقَالَ عَبْدُ الله بْنُ قَيْسٍ لِرَجُلٍ مِنْ أَصْحَابِهِ انْطَلِقْ إِلَى الشِّيعَةِ فَاصْحَبْهُمْ وَأَظْهِرْ عِنْدَهُمْ مُوَالاَتَكَ إِيَّاهُمْ وَلَعْنَتِي وَالتَّبَرِّيَ مِنِّي فَإِذَا كَانَ وَقْتُ الْحَجِّ فَأْتِنِي حَتَّى أَدْفَعَ إِلَيْكَ مَا تَحُجُّ بِهِ وَسَلْهُمْ أَنْ يُدْخِلُوكَ عَلَى مُحَمَّدِ بْنِ عَلِيٍّ فَإِذَا صِرْتَ إِلَيْهِ فَاسْأَلْهُ عَنِ الْمَيِّتِ لِمَ يُغَسَّلُ غُسْلَ الْجَنَابَةِ فَانْطَلَقَ الرَّجُلُ إِلَى الشِّيعَةِ فَكَانَ مَعَهُمْ إِلَى وَقْتِ الْمَوْسِمِ فَنَظَرَ إِلَى دِينِ الْقَوْمِ فَقَبِلَهُ بِقَبُولِهِ وَكَتَمَ ابْنَ قَيْسٍ أَمْرَهُ مَخَافَةَ أَنْ يُحْرَمَ الْحَجَّ فَلَمَّا كَانَ وَقْتُ الْحَجِّ أَتَاهُ فَأَعْطَاهُ حَجَّةً وَخَرَجَ فَلَمَّا صَارَ بِالْمَدِينَةِ قَالَ لَهُ أَصْحَابُهُ تَخَلَّفْ فِي الْمَنْزِلِ حَتَّى نَذْكُرَكَ لَهُ وَنَسْأَلَهُ لِيَأْذَنَ لَكَ فَلَمَّا صَارُوا إِلَى أَبِي جَعْفَرٍ (عَلَيْهِ الْسَّلام) قَالَ لَهُمْ أَيْنَ صَاحِبُكُمْ مَا أَنْصَفْتُمُوهُ قَالُوا لَمْ نَعْلَمْ مَا يُوَافِقُكَ مِنْ ذَلِكَ فَأَمَرَ بَعْضَ مَنْ حَضَرَ أَنْ يَأْتِيَهُ بِهِ فَلَمَّا دَخَلَ عَلَى أَبِي جَعْفَرٍ (عَلَيْهِ الْسَّلام) قَالَ لَهُ مَرْحَباً كَيْفَ رَأَيْتَ مَا أَنْتَ فِيهِ الْيَوْمَ مِمَّا كُنْتَ فِيهِ قَبْلُ فَقَالَ يَا ابْنَ رَسُولِ الله لَمْ أَكُنْ فِي شَيْءٍ فَقَالَ صَدَقْتَ أَمَا إِنَّ عِبَادَتَكَ يَوْمَئِذٍ كَانَتْ أَخَفَّ عَلَيْكَ مِنْ عِبَادَتِكَ الْيَوْمَ لأَنَّ الْحَقَّ ثَقِيلٌ وَالشَّيْطَانَ مُوَكَّلٌ بِشِيعَتِنَا لأَنَّ سَائِرَ النَّاسِ قَدْ كَفَوْهُ أَنْفُسَهُمْ إِنِّي سَأُخْبِرُكَ بِمَا قَالَ لَكَ ابْنُ قَيْسٍ الْمَاصِرُ قَبْلَ أَنْ تَسْأَلَنِي عَنْهُ وَأُصَيِّرُ الأمْرَ فِي تَعْرِيفِهِ إِيَّاهُ إِلَيْكَ إِنْ شِئْتَ أَخْبَرْتَهُ وَإِنْ شِئْتَ لَمْ تُخْبِرْهُ إِنَّ الله تَعَالَى خَلَقَ خَلاَّقِينَ فَإِذَا أَرَادَ أَنْ يَخْلُقَ خَلْقاً أَمَرَهُمْ فَأَخَذُوا مِنَ التُّرْبَةِ الَّتِي قَالَ فِي كِتَابِهِ مِنْهَا خَلَقْنَـٰكُمْ وَفِيهَا نُعِيدُكُمْ وَمِنْهَا نُخْرِجُكُمْ تَارَةً أُخْرَىٰ فَعَجَنَ النُّطْفَةَ بِتِلْكَ التُّرْبَةِ الَّتِي يَخْلُقُ مِنْهَا بَعْدَ أَنْ أَسْكَنَهَا الرَّحِمَ أَرْبَعِينَ لَيْلَةً فَإِذَا تَمَّتْ لَهَا أَرْبَعَةُ أَشْهُرٍ قَالُوا يَا رَبِّ نَخْلُقُ مَا ذَا فَيَأْمُرُهُمْ بِمَا يُرِيدُ مِنْ ذَكَرٍ أَوْ أُنْثَى أَبْيَضَ أَوْ أَسْوَدَ فَإِذَا خَرَجَتِ الرُّوحُ مِنَ الْبَدَنِ خَرَجَتْ هَذِهِ النُّطْفَةُ بِعَيْنِهَا مِنْهُ كَائِناً مَا كَانَ صَغِيراً أَوْ كَبِيراً ذَكَراً أَوْ أُنْثَى فَلِذَلِكَ يُغَسَّلُ الْمَيِّتُ غُسْلَ الْجَنَابَةِ فَقَالَ الرَّجُلُ يَا ابْنَ رَسُولِ الله لاَ وَالله مَا أُخْبِرُ ابْنَ قَيْسٍ الْمَاصِرَ بِهَذَا أَبَداً فَقَالَ ذَلِكَ إِلَيْكَ.
Quelle
al-Kāfī (Muḥammad b. Yaʿqūb al-Kulainī), B. 3, Kitāb 3, Bāb 32, Ḥadīṯ 1